Schule-Wirtschaftstreff - Grund- und Mittelschule Bad Griesbach

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Schule-Wirtschaftstreff

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„Handwerker müssen sich nicht schämen!“

Schule-Wirtschaftstreff an der Mittelschule Bad Griesbach – Berufswahl-SIEGEL verliehen

Bereits zum dritten Mal fand an der Mittelschule Bad Griesbach der „Schule-Wirtschaftstreff“ statt. Eingeladen dazu waren die Vertreter heimischer Ausbildungsbetriebe und Ausbildungsorganisationen aus dem Umfeld welche die Schule bei ihren Aktionen unterstützen oder Praktikumsplätze anbieten (siehe Kasten). Ebenfalls eingeladen und zahlreich erschienen waren die Schülereltern der Vor- und Abschlussklassen, ehemalige Absolventen der Schule und der Elternbeirat. Von der Politik waren der stellvertretende Landrat Klaus Jeggle, Bad Griesbachs Bürgermeister Jürgen Fundke der Einladung gefolgt. Als Vertreter des Rotary Club Rottaler Bäderdreieck nahm der Leitende Regierungsschuldirektor a.D. Anton Kreuz an der Veranstaltung teil. Ziel dieses Treffens sei der Austausch untereinander, wie man Berufsorientierung an der Mittelschule noch effektiver gestalten könne, erklärte Schulleiter Zehetmaier in seiner Begrüßungsrede.

 
Doch zuvor gäbe es noch etwas zu feiern: Die Mittelschule Bad Griesbach wurde nämlich mit dem Berufswahl-SIEGEL ausgezeichnet verkündete der sichtlich stolze Schulleiter. Dieses Siegel wird ausschließlich an Schulen verliehen, die sich in besonderer Weise für die Berufsorientierung ihrer Schüler einsetzen. „Vor gut einem Jahr hat sich unserer Schule hierfür beworben. Daraufhin wurden wir von einem Juroren-Team evaluiert und am Ende von Staatssekretär Bernd Sibler mit dem Berufswahl-SIEGEL für unser innovatives und nachhaltiges Konzept der Berufsorientierung, welches im Schulprofil der Mittelschule Bad Griesbach verankert ist, ausgezeichnet“, erklärte der Schulleiter den Anwesenden.

Auch für Bürgermeister Jürgen Fundke ist diese Auszeichnung absolut verdient. Sie zeige doch, wie sich Schulfamilie und die Betriebe zum gegenseitigen Vorteil miteinander vernetzen.

Und genau hier setzte Lehrer Florian Zirbel mit seinen Ausführungen an: „Wir sind gut mit den Betrieben vernetzt. Und das müssen wir auch sein, damit wir unseren Schülern ein möglichst breites Spektrum bieten und sie bei der Berufsfindung unterstützen können.“ Der Klassenleiter stellte dann den „Berufsfahrplan“ der Schule vor. In diesem ganzheitlichen Konzept sind Schule, Betriebe, Unterstützungsorganisationen und Eltern partnerschaftlich eingebunden. Dazu gehöre auch dieser Informationsabend und das Projekt AusiS (Auszubildende informieren Schüler). 

Die Fachlehrerinnen Edith Sonnleitner und Sigrid Rammelsberger hielten Rückschau auf das Projekt, bei dem sich Betriebe aus der Region zusammen mit ihren Auszubildenden den Schülern vorstellten. Die Auszubildenden stellten dabei ihren Ausbildungsberuf vor, erläuterten Ausbildungsinhalte und berichteten über die betriebliche Praxis. „Auszubildende sind die richtigen Ansprechpartner für Schüler. Sie sind etwa im gleichen Alter, sprechen deren Sprache und sind somit in der Lage, den Schülern die Ausbildung näherzubringen“, erklärten die Pädagoginnen. „Als Schüler traut man sich viel eher, Auszubildenden Fragen zu stellen, als sich an jemanden zu wenden, der wesentlich älter ist und längst aus dem Ausbildungsprozess heraus ist.“ AusiS wird auch in diesem Schuljahr wieder an der Mittelschule durchgeführt. 

Einen weiteren Schwerpunkt der beruflichen Orientierung bilden die einzelnen Betriebspraktika der Schüler. Schon seit vielen Jahren können Schüler der Mittelschule Bad Griesbach ab der 8. Klasse Praktika in örtlichen Betrieben absolvieren. Stellvertretend für ihre Mitschüler stellten Francesco Meyer (9a) und Liana Ruppel (M9) ihre Praktika und die daraus resultierenden Erfahrungen dem interessierten Publikum anhand von selbst erstellten PowerPoint-Präsentationen vor. Francesco hat über das Praktikum seinen Ausbildungsplatz gefunden. Liana hat sich durch ihre verschiedenen Praktika entschlossen medizinische Fachangestellte zu werden. 

Josef Kitzlinger, Klassenleiter der Abschlussklasse 9a, gab im Anschluss daran einen Überblick in welchen Bereichen und Orten die Schüler ihre Praktika durchführen. Gut 50 Prozent der Schüler absolvieren dieses in Bad Griesbach, die andere Hälfte in den umliegenden Nachbargemeinden. Mit etwas Verwunderung wurde zur Kenntnis genommen, dass der Bereich Hotel/Gastgewerbe dabei keine vorangestellte Rolle spielt. Hier wurden die anwesenden Vertreter aus diesem Bereich hellhörig und versprachen sich besser zu engagieren und noch mehr Werbung für ihre Branche bei den Schülern zu machen. Ganz oben in der Gunst der Schüler standen nämlich Einzelhandel, Bauberufe und der Bereich Erziehung und Pflege.

Im Anschluss daran stand der gemeinsame Erfahrungsaustausch unter dem Motto „Jetzt red er und dann red i“ im Mittelpunkt. Angeregt wurde beispielsweise, dass auch die Schüler eine kurze Rückmeldung über ihre Erfahrungen an ihren Praktikumsbetrieb geben sollten. Von Seiten der Schule wurde hier ergänzt, dass natürlich auch das Feedback der Betriebe an die Praktikanten offen und ehrlich sein muss. Bürgermeister Fundke meinte dazu, dass hier gerade die kleineren und mittleren Betriebe aus der Region große Vorteile hätten. „Da ist alles noch familiärer, kleiner. Da ist der Praktikant mittendrin und man kann am Ende detailliert darüber sprechen was gut oder was nicht so gut war.“ Alexander Rank vom Klinik und Hotel St. Wolfgang appellierte an die Eltern, nicht aus eigenen schlechten Erfahrungen heraus die Kinder in ihrer Berufswahl zu beeinflussen. Wichtig sei es doch, dass die Kinder mit Freude und Herzlichkeit ihrem Beruf nachgingen. Vize-Landrat Jeggle wandte sich ebenfalls an die Eltern: „Der Zug ist nicht abgefahren, wenn das Kind am Ende der vierten Klasse nicht auf die Realschule oder das Gymnasium geht. Gerade die Mittelschule bietet durch ihre praxisorientierten Inhalte hervorragende Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler.“ Und einer späteren Weiterqualifikation im erlernten Beruf stünden sowieso alle Türen offen, so der ehemalige Schulrat.  

Roswitha Altmannsberger wollte wissen, inwieweit Schüler im Vorfeld beraten werden, wenn es vielleicht notenmäßig nicht so gut aussähe. Gerade in technisch anspruchsvollen Berufen seien die Anforderungen, auch in der Berufsschule, nicht ohne. Natürlich erfolgt eine Beratung dahingehend wurde von den Lehrern erwidert. Für manchen Schüler sei aber die Erfahrung im Praktikum so etwas wie eine Initialzündung sich auf den Hosenboden zu setzen, sich anzustrengen um sich beispielsweise in Mathematik zu verbessern. Andere erkennen aber vielleicht dadurch auch, dass gerade dieser Beruf vielleicht doch nicht oder zumindest jetzt noch nicht so zu ihnen passen würde. Eduard Willeitner, stellvertretender Ausbildungsleiter bei Hatz in Ruhstorf, ergänzte dazu: „Wir haben hier schon umgedacht. Gerade die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker ist sehr anspruchsvoll. Wir bieten beispielsweise den Schülern an, zunächst die Ausbildung zum Maschinen- und Anlageführer bei uns zu absolvieren. Da hat man eine abgeschlossene Berufsausbildung und kann dann im Anschluss immer noch draufsatteln.“ In diese Richtung ging auch eine weitere Wortmeldung aus dem Publikum. Man müsse hier vielleicht über die Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zum Studium besser informieren. Man solle nicht immer nur den Aufstieg in den Mittelpunkt stellen wurde von einem Schülervater unter großer Zustimmung der Anwesenden eingeworfen. Ein Studium sei nicht immer das Wichtigste. Und anspruchsvoll sind auch Handwerksberufe. „Am wichtigsten ist es doch, dass man Freude an seinem Beruf hat“, resümierte der Vater. Von Seiten der anwesenden Vertreter aus dem Hotel- und Gaststättenbetrieben wurde erklärt, sich noch intensiver mit der Schule zu vernetzen. Otto Wunsch vom gleichnamigen Hotelbetrieb versprach: „Wir werden uns noch besser einbringen.“ Maximilian Schäufl vom hiesigen Möbelhaus zählte die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten auf, die allein in seinem Haus anboten wurden und brach eine Lanze für den Handwerksberuf: „Handwerker müssen sich nicht schämen!“ Ein besseres Schlusswort für eine angeregte und gewinnbringende Gesprächsrunde konnte sich auch Rektor Zehetmair nicht wünschen. Er bedankte sich für das rege Interesse an der dritten Auflage dieses Informationsabends und kündigte schon eine Neuauflage für das nächste Jahr an. Beim anschließenden Imbiss an dem von den Schülern vorbereiteten Büffet war man sich einig, dass dies eine gelungene und wichtige Veranstaltung für alle Beteiligten gewesen sei.

Vertreter aus Ausbildungsbetrieben und Ausbildungsorganisationen:

Motorenfabrik Hatz GmbH & Co. KG, Hotel Drei Quellen Therme GmbH & Co. KG, Asklepios Klinik Bad Griesbach GmbH & Cie. OHG, Berufsfachschule für Krankenpflege Rotthalmünster, KWA Klinik Stift Rottal, Schreinerei Aigner GmbH, Josef Tischler Bau GmbH & Co. KG, Wunsch Hotel OHG AktiVital Hotel, Möbelhaus Schäufl e.K., Elektro Weiß Ruhstorf, ebiz GmbH gemeinnütziges Bildungs- und Servicezentrum für Europa
 
 
 
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